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Das Diplom für den neunten Rang



Das Diplom Montgolfier überreicht uns Prinz Philipp


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Unsere Fahrt

Es war kurz vor Mitternacht, genauer 23.45 Uhr am 25.September 2010, als wir unter den Klängen der Schweizer Hymne, begleitet von mehreren Scheinwerfern und dem Applaus der Zuschauer mit dem AJOIE in Bristol abhoben. 700 kg Ballast ( 35 Sack nasser und 8 Sack trockener Sand, 2 Kanister Wasser und 20 Liter Trinkwasser) sorgten für ein beruhigendes Gefühl. (Das Abnehmen der letzten Monate hat sich gelohnt!) Unser Entschluss, zu versuchen nach Spanien zu kommen, um dort im Bodenfeld weiter nach Süden zu driften, stand fest. Um 23.50 Uhr dann erster Kontakt mit Air Traffic Control Bristol auf 125.650: "Race Balloon Hotel Bravo Quebec Hotel Papa - request climb to 6000 Ft" "Hello Hotel Papa...climb to 6000Ft aproved...good luck" Unter uns liegt das Lichtermeer von Bristol. Was für ein Gefühl! Its Gordon Bennett Time. So, jetzt können wir es laufen lassen, Max meint "chunt schoo guet", meint meine Nevosität und zündet sich genüsslich eine Zigarette an. Ruhe kehrt ein. Ab und zu ein Ballon am Flugfunk, sonst nur Ruhe. Kurt Frieden meldet sich bei Traffic Control, auch die beiden sind jetzt in der Luft.  Um 01.00 Uhr verlassen wir den Luftraum Bristol und wechseln zu London Info auf 124.750 "for Transit" "Transit aproved" Es wird kalt. Sehr kalt. Wir lassen die Seitenverkleidung des Regendaches herunter, um die Körperwärme ein wenig als Heizung nutzen zu können. 02.15 Uhr,  6180 Fuss Höhe, 39 kmh Geschwindigkeit und Fahrt Richtung 175 Grad. Der Aufstieg auf diese Höhe hat 6 Sack Sand gekostet, gut investierte Energie. Wir fahren auf das Meer, an Schlaf will keiner von uns denken. Das GPS von Max meldet sich: Batterie leer! Kann das sein? Das Gerät ist extern angeschlossen! Die Sicherung, der Schaden ist schnell gefunden und behoben, wie wir meinen.

03.45 Uhr wechseln auf Brest Info  "Transit aproved" meldet die Stimme auf 125.50  Wir befinden uns auf dem gewünschten Südkurs. 6500 Ft. 39 kmh 176°, Zeit um ein wenig zu schlafen. Der Variometer meldet das Sinken mit einem Piepston. Langsamer Ton, langsames Sinken, schneller Ton, schnelles sinken. Der Rhytmus der Töne wirkt beruhigend. Auf kurzes piepsen folgt jeweils eine längere Pause. Will heissen, dass der Ballon in wellenartiger Bewegung immer wieder auf etwa 6500 Fuss einpendelt. 05.10 Uhr Warten auf das Ende der Nacht. Unsere Höhe 6770 Fuss Geschwindigkeit 50 Kmh nach Richtung 176 Grad. Es beginnt hell zu werden. Ein blau-roter Streifen ziert den Horizont, darunter schwarz scheinende Wolkenfelder. Werden aufgefordert, den Transpondercode 4717 zu wechseln, "skwak 7047" ..."7047 Hotel Papa" Um 07.20 Uhr erreichen wir wieder das Festland. Zeit für den Frühstückskaffee. An einem Seil senken wir unseren Generator, den wir zuvor gestartet hatten, einige Meter um die Abgase vom Korb wegzuhalten. Zwei Stromkabel verbinden uns mit der Maschine. Der Versuch, Wasser zu kochen gelingt nicht. Kein Strom! Wir hatten das Ding am Boden noch ausprobiert und uns am Tauchsieder fast die Finger verbrannt. Also Generator wieder einziehen und nachschauen.

Leider hat Max mit den Reparaturarbeiten keinen Erfolg. Kalte Küche ist angesagt. Und Sparflamme für unsere Geräte. Der Ballon fährt weiterhin sehr stabil. Die zunehmende Kälte hat aber nochmals einige Sack Sand gekostet. 09.00 Uhr, 6800 Ft 56 kmh in Richtung 174° 0.9.30 Uhr. Werden an Nantes Info auf 124.425 weiter verwiesen. Sehr schlechte Verständigung. Frage um eine andere Frequenz an. 130.275 Nantes Aproach ist gut zu empfangen. Kein Problem mit der Freigabe. "thats fine" die kurze Antwort des Contollers. 10.30 Uhr 7100 Ft 48 Kmh 179° Der Controller fragt wie es uns geht. "are you Max and Wolter?" Es hat unseren Blog im Internet gesehen. So schön!

11.15 Uhr Wolken türmen sich vor uns auf. 6920 Fuss  43 Kmh 179 Grad Fahrtrichtung. Wir telefonieren mit Martin, unserem Meteomann. Er findet es gut, dass wir unsere Taktik beibehalten wollen. Etwas mehr Geschwindigkeit würde gut tun, meint er. 12.05 Uhr 155° 33kmh! Dagegen muss etwas getan werden. Erst einmal das sinken beenden. 1 Sack Sand verlässt den Korb. Lassen uns "Climb to 9000 Feet" bestätigen. Innerhalb der nächsten 10 Minuten spendieren wir nochmals 4 Sack ehe wir auf 9000 Fuss  mit 53 kmh wieder in Richtung 170 Grad fahren. Wir sind wieder zufrieden. Die Stimmung im Korb ist hervorragend.

Ich "konnte" problemlos mal kurz meinen Darm erleichtern!

Mir geht es auch so gut!

14.00 Wechsel zu Aquitain Info auf 120.575. "Transit aproved"  9300 Fuss 50 kmh 172 Grad. Things are running good. 15.30 Uhr; Wir fahren nun schon seit einigen Stunden parallel zur Küste bei Bordeaux. Der halbe Seeweg nach Spanien ist geschafft. 16.10 Uhr; Die Drehung nach Osten scheint ihren Anfang zu nehmen. der Kurs sinkt auf 160 Grad, die Geschwindigkeit nimmt ab. Ertmals fragen wir uns, wo wir die Pyrenäen überqueren werden. Die Kontrollerin meldet sich. Sie möchte, dass wir einem Flugzeug voller Fallschirmspringer ausweichen. Kein Flugzeug zu sehen. Erkläre der Dame die schlechte Machbarkeit ihrer Forderung, sie will aber , dass wir uns aus dem Staub machen. Ein Linienpilot meldet sich als Vermittler und erklärt uns nochmals die Anweisung. "We are a Balloon Sir, there is no possibility to remove our Vehicle within a few Minutes"  Der Kapitän schafft es, mit unserem Argument die Fallschirmspringer umzuleiten.

18.30 Uhr: ALARM! Erkundigen uns nochmals ob unsere Weiterfahrt nach Spanien in Ordnung geht. Ein Controller (er hat offensichtlich die Frau von vorhin abgelöst) meldet sich mit einer Gegenfrage: Wohin wollen sie? Das geht nicht! Auf ihrem Weg liegt militärisches Sperrgebiet.....häääää? Sperrgebiet? Beim Briefing in Bristol waren die militärischen Sperrgebiete ein Thema. "Am Wochenende keine aktiven Sperrgebiete in Frankreich" und jetzt das. Nochmals nachfragen: "Transit not aproved?" Er bleibt dabei, keine Einfahrt ins Sperrgebiet. Uns ist klar, wenn wir unerlaubt in das Gebiet einfahren, wird die wohl den Ausschluss aus dem Wettbewerb zur Folge haben. Also schnell runter und landen. Ich melde der Kontrollstelle, dass wir, obwohl an ausichtsreicher Lage für einen Spitzenplatz, dass wir das Rennen beenden und zur Landung absteigen.  Max bringt den Ballon langsam ins sinken. Betroffenheit bei uns beiden. 18.35 Uhr; Der Ballon hat erst wenig Höhe verloren, der Controller meldet sich nochmals. "Ich habe mit den zuzständigen Stellen beim Militär gesprochen......HOTEL  BRAVO  QUEBEC  HOTEL  PAPA  FREE TO PENETRATE THE AERA    Wir dürfen durch das Sperrgebiet fahren. Vive la France! Diesen Sack spendieren wir gerne...19.00 mit 19 Sack Sand, 2 Kanister Wasser und allem Notballast verlassen wir das Militärgebiet. Die Richtung verschlechtert sich. Noch 147 Grad.

Wir machen uns auf eine kalte Nacht gefasst. So wie es aussieht werden wir die 3000er der Pyrenäen in einer Vollmondnacht überfahren. Pyrenä Info auf 128.8 wundert sich über uns. Die freundliche Frau hat aber kein Problem mit dem Ballon in ihrem Kontrollgebiet. Um 20.00 Uhr haben wir unseren Korb für die Nacht gerüstet. Ich "pinkle" nochmals in meine Graniniflasche (die mit der grossen Öffnung) und nehme die Flasche als Wärmespender zwischen die Knie. Wieder lassen wir uns vom Ton des Variometers in den Schlaf singen. Max lässt den Ballon seelenruhig gewähren. So ruhig, dass ich mich genötigt fühle, ihn zu fragen, ob er nicht mal eine Schaufel...Nei nei...der chunt schoo wieder. 23.10 Uhr;  Toulouse Info 125,175 übernimmt. 24.00 Uhr; Es geht ins Gebirge. Trotz minus 17 Grad heben wir unseren Kälteschutzvorhang um die Aussicht zu geniessen. Unbeschreiblich schön. Die verschneiten Berge, nebelbedeckte Täler. Manchmal ist die Beleuchtung von Ortschaften durch den Nebel zu erkennen. Der Kontakt zu Toulouse bricht ab. Die Richtung wir immer schlechter. Bei 90 Grad ist klar, dass die vorhergesagte Drehung des Windes für uns um wenige Stunden zu früh einsetzt. Die Geschwindigkeit nimmt wieder zu. 12000 Fuss, 92 Grad 57 kmh. Man muss kein Rechengenie sein, um zu wissen, dass wir so in knapp 3 Stunden auf dem Mittelmeer sein werden. Und uns ist klar, dass wir das nicht wollen. Martin versucht uns zu erreichen, um uns vorzuschlagen, noch höher zu steigen. Der Wind auf 4000 Fuss hätte womöglich für uns eine bessere Richtung gebracht. Es blieb beim Versuch....unserem Satelitentelefon war der Strom ausgegangen. Um 02.00 Uhr leitet Max das absinken in ein Tal quer zu unserer Fahrtrichtung ein. 02.15 Uhr; Wir sind noch wenige Meter über dem Boden, der Ballon steht über einem Acker. Der Mond beleuchtet die Szenerie. 0 km Geschwindigkeit zeigt das GPS. Eine Weiterfahrt nach Osten ans Meer bringt uns eher näher an den Startort zurück, eine Verschlechterung des Resultates also. Wir leuchten den Boden ab. Kein Hindernis, keine Leitungen. "Chum Walti, do schtellet mer än ine....Ein Maisfeld, wie wir im letzten Moment bemerken. Wir sind am Boden, sicher am Boden.

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Carol und Richard

Wir machen uns grosse Sorgen um unsere Ballonfreunde Carol und Richard. Nachdem sie Italien überquert hatten verschwanden sie vom Himmel über der Adria. Die Suche nach den beiden Amerikanern blieb bisher Ergebnislos. Wir hoffen noch immer auf ein Wiedersehen, und die Hoffnung stirbt ja zuletzt.....Allen ist und war bewusst, dass die Teilnahme an einem so aussergewöhnlichen Ballonrennen mit Risiken verbunden ist und die Gefahren unsere Möglichkeiten überschreiten könnten.  Dennoch haben wir die Luftreise gewagt. Aus Freude am Ballonfahren, aus Abenteuerlust und vor allem als Ausdruck unserer Freude am Leben. Und wir werden es wieder tun. So, wie es auch Carol und Richard es  vorgelebt haben. Sie hatten sich, wie alle Teams äusserst seriös auf die Reise in den Nachthimmel von Bristol hinaus zu einem unbekannten Ziel vorbereitet, zusammen mit einem der besten Meterologen ihre eigene Strategie festgelegt. Ihr ballonfahrerisches Können haben sie unter anderem mit einem Sieg am Gordon Bennett Race vor einigen Jahren bewiesen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.......

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Gelandet

Wir sind gelandet und haben bereits wieder eine Nacht in einem Bett verbracht. Unsere Landung bei Vollmond verlief problemlos, ausser dass wir erst wenige Meter über Boden bemerkt haben, dass wir in einem Maisfeld landen. Wir sind sicher, dass der Bauer in diesem grossen Feld den Verlust von 1,5m2 Mais verkraften kann. Ich bin ausgestiegen und habe den Ballon am Seil wie einen Hund aus dem Feld gezogen, immer noch meine bequemen Lammfell-Hausschuhe an den Füssen. Max im Korb ein paar Meter über mir hat mir die Richtung zu einer Wiese angegeben. Nachdem wir den Ballon auf der Wiese liegen hatten, er war ganz mit Reif bedeckt, haben wir uns zum schlafen in den Korb gelegt. Ich auf dem Boden und Max auf der Sitzbank. So gegen 7 Uhr ist dann die Bank "zusammengekracht". Vor der Landung haben wir in vier Stunden die Pyrenäen überquert. Auf 4000mM im Vollmond über die verschneiten Berge. Ich glaube dass ihr alle euch gut vorstellen könnt wie schön das war.

Was hat zur Landung geführt: Unsere Taktik war es,hinter den Pyrenäen in geringer Höhe in Richtung Südwesten zu fahren. Das war auch der Grund warum wir in Bristol sofort auf 6000 Fuss gestiegen sind, um so schnell wie möglich nach Spanien zu kommen. Wir waren aber nicht schnell genug. Die sich abzeichnende Drehung der Winde erwischte uns 3 Stunden zu früh und hätte uns bei Barcelona auf das Meer gebracht. Unser Meteorologe Martin wollte uns noch informieren, dass auf 13-15000 Fuss eine Richtungsänderung möglich wäre. Aber nach seinem "Hallo, wie gehts" gab der Akku seinen Geist auf. Die Variante Meer war gar nicht so schlecht, eigentlich. Kurt Frieden liess uns über die Controllerin in Toulouse ausrichten, sie freuen sich darauf, uns in Italien zu treffen....... Nur hatten wir uns gegen eine Weiterfahrt über das Meer entschieden. Der Hauptgrund dafür lag im Versagen unserer Stromversorgung. Wir mussten damit rechnen, dass unser Funk und Transponder mangels Batteriekapazität über dem Wasser aussteigen. Auch das Satelitentelefon lief nicht mehr. Kein warmer Kaffee oder Suppe und das bei weit unter Null Grad.

Mehr folgt

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Wir haben sie wieder



wir haben die beiden gesund und glücklich wieder 

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Die Pyrenäen in Sicht



wir sind jetzt unterhalb von Toulouse und
fahren Richtung Pyrenäen. wir hatten telefonischem Kontakt mit unseren Piloten. die sind sauber gelandet in der Nacht in der Nähe der spanischen Grenze und freuen sich auf ein kühles Bier !! 

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Unser Team ist in der Nacht gelandet

Unser Team ist heute Nacht gelandet! wir werden uns nach dem frühstück auf den Weg machen in den Süden! neues später!das verfolgerteam

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Ruppige Kanalfähre



unser Ballon ist bereits über La Rochelle!! wir haben nach einer ruppigen Überfahrt wieder das Festland erreicht und fahren nun Richtung Süd/Südwest! danke für all Eure moralische Unterstützung!!! das Schweiz 1-Team 

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Ballon bereits über der Bretagne

max und woidl sind bereits über der Bretagne! die gute Nachricht: die Sonne wärmt die beiden nach einer kalten Nacht wieder auf ;-) die schlechte Nachricht : der Kocher geht nicht, und wie beutelsuppe mit kaltem Wasser angerührt schmeckt.... ?!! ;-(

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Unterwegs nach Dover



wir sind unterwegs nach Dover (im geheizten Auto) ! schöne morgenstimmung mit Nebelschwaden. denken an unsere  Helden, die bereits fast 300  km mit dem Ballon durch die kalte Nacht gefahren sind! Grüße an alle!!  Silvia, Edith , Norbert und Christian

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